Ein Haus mit Geschichte – Raum für Inspiration

Geschichte

Als 1952 ein Rüstzeitenheim der Evangelischen Akademie der EKHN errichtet werden sollte, um Pfarrerinnen und Pfarrern fern ab vom Trubel des Alltags einen Rückzugsort zum Studium und der Erholung zu bieten, setze sich Martin Niemöller – damals der erste Kirchenpräsident der EKHN – für den Standort des Hauses in Schmitten Arnoldshain ein. Das Grundstück entdeckte er zufällig auf der Rückfahrt von der Besichtigung des ursprünglich geplanten Bauplatzes und war von der idyllisch-abgeschiedenen Lage sofort überzeugt.

Im Oktober 1954 weihte er persönlich nach zwei Jahren Bauzeit das neu errichtete Tagungshaus feierlich ein.

Seit dem Tod von Martin Niemöller im Jahr 1984 trägt das Haus nun seinen Namen und wurde im Laufe der Jahre mehrmals erweitert, umgebaut, modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Bereits 2012 wurden die Weichen zum nachhaltigen Betrieb des Tagungshauses gestellt und auf Solarenergie und Wärmerückgewinnung gesetzt.

Seit 2019 präsentiert sich das Tagungshaus Martin Niemöller in seiner jetzigen Form: Ein Ort für fokussiertes Arbeiten und Sammeln neuer Energie!  

Martin Niemöller

Skulptur

Unser Tagungshotel ist benannt nach Martin Niemöller (1892-1984), Mitbegründer der Bekennenden Kirche im „Dritten Reich“ und 1947 Gründungspräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Niemöller galt in der Nachkriegszeit als Symbolfigur der Friedensbewegung.

Seine internationalen Reisen machten ihn zu einem der prominentesten deutschen Mahner zur Versöhnung zwischen Ost und West. Seinem Engagement ist auch die Einrichtung dieser Tagungsstätte zu verdanken.

Lebensweg von Martin Niemöller

14. Januar 1892 In Lippstadt/Westfalen als Sohn eines Pfarrers geboren. Teilnahme am Ersten Weltkrieg als erfolgreicher U-Boot-Offizier. Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches Theologiestudium.

29. Juni 1924 Ordination zum Pfarrer in Münster/Westfalen. Geschäftsführer der Inneren Mission Westfalens.

1931 Gemeindepfarrer in Berlin-Dahlem.

1933 Mitbegründer des Pfarrernotbundes und Wortführer der kirchlichen Opposition gegen Hitler. 25. Januar 1934 Zusammentreffen mit Hitler. Widerspruch auf offener Szene. Ständige Gefahr der Verhaftung.

1. Juli 1937 Verhaftung durch die Gestapo. Sieben Jahre persönlicher Gefangener Hitlers in Berlin-Moabit und den KZs Sachsenhausen und Dachau.

1945 Befreiung durch amerikanische Truppen. Weltweite Reisen für Frieden und Versöhnung.

Oktober 1945 Mitwirkung am Stuttgarter Schuldbekenntnis.

1. Oktober 1947 In Friedberg/Hessen Wahl zum ersten Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Zeitweilig stellvertretender Leiter des Kirchlichen Außenamtes der EKD. Einsatz für einen echten Neuanfang der Evangelischen Kirche.

1952 Während schärfster Ost-West-Spannungen Reise nach Moskau.

1961–68 Einer der sechs Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirche (Genf).

1965 Ruhestand. Weiterhin weltweiter Einsatz für radikalen Pazifismus und gegen Atomwaffen.

1980 Überlässt seine Grabstelle in Berlin-Dahlem dem verstorbenen Rudi Dutschke.

6. März 1984 Tod in Wiesbaden.